Interview mit Dr. Markus Adams, Vorstandsvorsitzender der Klenk Holz AG

Welche besonderen Produkte bzw. Leistungen in Bezug auf den Holzbau bieten Sie an? Vorteile?

Im Projektbau setzen wir die individuellen, gestalterischen Architektenvorgaben im Rahmen einer statischen Planung um und leisten durch die Kombination von Abbund und Nagelbindern einen hohen Vorfertigungsgrad, woraus eine besonders kurze Montagezeit vor Ort resultiert. Einen weiteren Zeitvorteil hat man im Fertigbau natürlich aufgrund standardisierter Prozesse. Außerdem ist das geringere Gewicht von Holzkonstruktionen im Vergleich zu anderen Baustoffen ein entscheidender Vorteil. So sind bspw. Aufstockungen auf vorhandene Bausubstanzen möglich.

Seit wann betreiben Sie ihr Projektgeschäft, in dem Sie komplette Holzbaulösungen von der Planung bis zum Fertigbau übernehmen?

Das Projektgeschäft ist seit über 20 Jahren eine Kernleistung von Klenk Holz in Baruth.

Warum haben Sie sich hierfür entschieden?

Bereits seinerzeit wurde das Potential, das im Holzobjektbau liegt, erkannt und kontinuierlich ausgebaut. Seitdem kommen unsere Kompetenzen vielseitig zum Einsatz: Vom Carport, über Dachstühle, bis hin zu großen Hallen, die sowohl in der Industrie als Lagerhallen, als auch in der Landwirtschaft als Ställe Anwendung finden. Schwerpunkt sind aber Wand- und Dachkonstruktionen für den Ein- und Mehrfamilienhausbau.

Welche Vorteile hat die integrierte Fertigung – von der Sägelinie bis zum fertigen Holzbau?

Die Vorteile liegen in der Kontrolle der gesamten Wertschöpfungskette, was sich in kurzen Reaktionszeiten sowie einer gezielten Versorgung mit Vorprodukten aus der KVH-Produktion wiederspiegelt und Lösungen für komplexe Anforderungen ermöglicht.

Was sind aus Ihrer Sicht aktuell die größten Herausforderungen für den Holzbau?

Die größte Herausforderung besteht darin, Architekten und Planer für den Holzbau zu begeistern und von seinen Vorteilen zu überzeugen. Vielfach bleiben die Potentiale des Holzwerkstoffs ungenutzt und der Holzobjektbau kommt nicht zur Anwendung, obwohl die Vorteile auf der Hand liegen…

Welche Lösungsmöglichkeiten sehen Sie für diese Probleme?

Die Lösung liegt in der engen Zusammenarbeit mit den Architekten, um ihnen Lösungsansätze für Problemstellungen anzubieten und sie bei der Umsetzung zu unterstützen. Oft führt eine individuelle Kombination unterschiedlicher Tragwerkselemente schnell zum gewünschten Ergebnis. Hierbei ist Klenk Holz in der Lage, durch das über Jahre gewonnene Knowhow, Unterstützung zu bieten. Wichtig dafür ist die frühzeitige Zusammenarbeit, um rechtzeitig die Weichen hin zu einer effizienten Tragwerkslösung, stellen zu können.

Welche Rolle spielt der Aspekt Nachhaltigkeit für Sie?

Unser umfassendes Engagement für den Wald hat Tradition. Ebenso der sorgsame Umgang mit dem Rohstoff Holz, den wir seit Jahrzehnten zu 100% verwerten: Aus Hackschnitzeln wird Zellstoff und Papier,  aus Sägemehl werden Plattenwerkstoffe und aus Hobelspänen werden Pressholzpaletten. Auch die Rinde findet in unseren unternehmenseigenen Heizzentralen, zum Teil mit Kraft-Wärme-Kopplung, Verwendung als Energieträger. Restlos und umweltfreundlich.

Welchen spielt er für Ihre Kunden?

Holz und Holzprodukte können viele Baustoffe ersetzen, die eine ungünstige CO2- und Energiebilanz haben. Das ist heutzutage wichtig, natürlich auch unseren Kunden. Denn neben wachsenden Anforderungen an Design und Funktionalität stehen nachhaltige Lösungen im Fokus vieler Bauherren/Bauprojekte.

Warum unterstützen Sie die Ausstellung Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft?

Wir sind überzeugt, dass Holz als nachwachsender Rohstoff, in Zukunft weiter an Bedeutung zunehmen wird. Holzprodukte sind außerdem wichtige Kohlenstoffspeicher. Sie senken über den Zeitraum ihrer Nutzung hinweg den CO2-Gehalt in der Atmosphäre.

Darum freuen wir uns dieses Projekt zu unterstützen und den traditionellen und zugleich hochaktuellen Baustoff Holz stärker ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit zu rücken.